Gymnasium Mosbacher Berg

VgV-Verfahren Zuschlag 11/2018
Realisierung (LPH 1-4, 5-9 stufenweise) 2019-2022
Bauherr: Landeshauptstadt Wiesbaden
BGF: 4.211 qm

Das Gymnasium am Mosbacher Berg (im folgenden GMB) plant den Abriss des alten Verwaltungsgebäudes sowie den Neubau eines neuen Verwaltungsgebäudes, welches zusätzlich einen Mehrzweckraum und Klassenräume enthalten soll. Das derzeitige Verwaltungsgebäude stammt aus dem Jahr 1962, die Räume und deren Ausstattung entsprechen nicht mehr den Anforderungen moderner Arbeitsplätze. Der Mehrzweckraum soll die Aula entlasten, die als Mensa und Versammlungsstätte genutzt wird. Im Mehrzweckraum werden Bewegungsunterricht, Abitur-Prüfungen, Klausuren, Gesamtkonferenzen und ähnliche schulische Veranstaltungen stattfinden. Durch die Wiedereinführung von G9 und die allgemein steigende Schülerzahl im Stadtgebiet Wiesbaden werden außerdem zusätzliche Unterrichtsräume am Gymnasium am Mosbacher Berg benötigt. Für die Schule ist der Neubau von hoher Bedeutung um einerseits den Schülerinnen und Schülern ein modernes und attraktives Lernumfeld anbieten zu können, andererseits ein den Lehrerinnen und Lehrern gerechtes Arbeitsumfeld zu schaffen.

Städtebau
Die besondere Herausforderung beim Neubau der Verwaltung und Erweiterung G9 Gymnasium am Mosbacher Berg besteht darin, die zwei unterschiedlichen Nutzungseinheiten (Verwaltung und E-Klasse) funktional sinnvoll in einem Gebäude unterzubringen und dabei rücksichtsvoll gegenüber den bestehenden Bauten des Campus und der benachbarten Wohnbebauung zu agieren.
Ausgangspunkt des Entwurfs ist ein kompakter dreigeschossiger Baukörper, mit dem sich die Schule entlang der Tiefenthalerstraße neu präsentiert. Durch den Rücksprung des Haupteingangs im Erdgeschoss und das leichte Vorrücken des Neubaus aus der Flucht des M-Baus sollen die Besucher von der Mosbacher Straße in den Campus geleitet werden. Eine Besonderheit des Campus stellt die bestehende Magistrale dar, die eine Verbindung der einzelnen Gebäude zu einem Ganzen schafft. Durch die Erweiterung und Anbindung an den Neubau entsteht ein attraktiver Freibereich, der neue Aufenthaltsmöglichkeiten für die Oberstufe generiert. Zusätzlich ermöglicht die erhöhte Lage der Magistrale die Zugänglichkeit des Neubaus von zwei Ebenen - der Magistrale und dem Oberstufenhof - und schafft somit eine Verbindung im Erdgeschoss und eine barrierefreie Erschließung.

Funktion und Material
Im Innern sind die einzelnen Funktionsbereiche klar vertikal gegliedert in Verwaltungs-/bzw. Lehrerbereich und Klassenräume sowie in öffentliche und nichtöffentliche Bereiche. Zudem sind die unterschiedlichen Einheiten unabhängig nutzbar und abschließbar.
Der Verwaltungsbereich erstreckt sich im südlichen Teil des Gebäudes über drei Geschosse. Im Erdgeschoss befindet sich das großzügig gestaltete Lehrerzimmer, um den Lehrerinnen und Lehrern kurze Wege zu den Unterrichtsräumen innerhalb des gesamten Campus zu ermöglichen. Im 1. Obergeschoss ist die Verwaltung mit Sekretariat und Schulleitung untergebracht und im 2. Obergeschoss der Arbeitsbereich, in den sich Lehrerinnen und Lehrer zum konzentrierten Arbeiten zurückziehen können. Im nördlichen Gebäudeteil ist in den Obergeschossen die Lernlandschaft für die E-Klasse vorgesehen. Beide Bereiche sind mit einem Lichthof über die Geschossebenen verbunden.
Das Gebäude ist als Skelettbau in Stahlbetonbauweise konzipiert. Die teilweise großen Deckenspannweiten werden durch sichtbare Betonträger hergestellt. Die Kerne der notwendigen Treppenräume dienen dabei der Aussteifung des Gebäudes.


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